Natural Hoofcare -

Hufpflege nach dem Vorbild des Mustanghufs im Raum Nordhessen und Ostwestfalen



Quarterstute

Quarterhorsestute mit stark verbogenen Hinterhufen.
Besonders ausgeprägt ist das Problem hinten links, da die Stute am diagonalen Vorderbein, also vorne rechts, eine Knochenzyste hat. Zur Entlastung des Vorderbeins wird der linke Hinterhuf vermehrt belastet; auch im Bewegungsablauf wird dies deutlich: das Hinterbein tritt verkürzt.
Die Bilder sind von März 2011, September 2011 und September 2012.

hinten links seit
HL seit HL seit HL seit

Untergeschobene Trachte und stark "bullnasig" verbogene Zehenwand. Vermutlich wurde zuvor versucht, die Zehe durch ausdünnen der Hufwand kurz zu halten, was jedoch zu einer Verbiegung der Wand geführt hat. Im Laufe der Zeit wuchs die Zehe gerade nach, behielt jedoch stets die Tendenz, recht lang und flach zu werden. Statt die Wand auszudünnen, wurde die Zehe in der Folge eher senkrecht zurückgesetzt und bei Bedarf noch etwas abgerundet.

hinten links front
HL front HL front HL front

Sehr deutlich hier die laterale (=äußere) Hufwand, welche starke Flügel entwickelt hat. So etwas geschieht in der Regel, wenn der Huf eigentlich eine Schwebe an den Seitenwände möchte, Die Wand aber immer plan gearbeitet wird: der im Senkenbereich entstehende Wandüberstand hebelt nach außen weg. Bei diesem Pferd wurde das Phänomen noch durch den speziellen Bewegungsablauf verstärkt.
Oftmals liest man, dass der Huf ein Jahr braucht, um vollständig durchzuwachsen, sodass bestehende Probleme die Chance haben, herauszuwachsen. Meiner Erfahrung nach kann der Huf auch deutlich schneller durchwachsen, massivere Probleme halten sich aber häufig dennoch etwas länger. Hier hat es 1,5 Jahre gedauert, bis die laterale Hufwand einen gestreckten Verlauf aufwies - allerdings ist sie nach wie vor etwas flacher gewinkelt, als die mediale (=innere Wand). Dies wurde jedoch auch bei Wildpferden häufig beobachtet und ist, sofern keine extremen Unterschiede vorliegen, unbedenklich.

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